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04.10.2022

Österreich in der Welt

In dieser Rubrik stellen wir Auslandsösterreicher:innen und ihre spannenden Laufbahnen vor. Rund 580.000 österreichische Staatsbürger:innen leben überall auf der Welt verteilt. Wir möchten von ihnen wissen, was sie an Österreich vermissen, was an ihrem neuen Lebensmittelpunkt besser geregelt ist und was Österreich daraus lernen kann – oder umgekehrt.
„Parteigründer“ ist nur eine von zahlreichen Stationen in Veit Denglers Werdegang. Als er 2012 NEOS mit aufbaut, kann er bereits auf eine abwechslungsreiche Karriere als Unternehmensberater und Manager im IT- und Medienbereich zurückblicken.
Astrid Hofer lebt und arbeitet in London - dem Schmelztiegel, der Menschen fasziniert und nicht mehr loslässt.
Willi Schlögl ist Sommelier und Wirt und betreibt die Weinbar Freundschaft in Berlin-Mitte. In seinem Podcast "Terroir & Adiletten" erklärt er den Hörer:innen die Weinwelt.
Eine echte Europäerin. So beschreibt sich Arlette Zakarian selbst. Die Juristin mit armenischen Wurzeln, geboren im Iran, kam im Alter von drei Jahren nach Wien.
Dietrich Haubenberger ist Neurologe und klinischer Forscher sowie seit 2019 Präsident des Vereins ASciNA (Austrian Scientists and Scholars in North America).

Martin Wallner



Martin Wallner ist Unternehmer in Austin, Texas. 2014 gründete er dort Macro.House. Das Unternehmen baut große Gebäude in kommunale Unterkünfte mit privaten Schlafzimmern und gemeinschaftlich genützten Koch-, Arbeits- und Wohnräumen um. Zuvor war Wallner als Mitgründer an der Versandapotheke Vamida mit Sitz in Brünn und einer Zweigstelle in Wien beteiligt. Nach dem Abschluss der HTL Wiener Neustadt hat Wallner den Gedenkdienst am Center of Jewish Studies in Shanghai absolviert, anschließend war er Kulturreferent am Österreichischen Generalkonsulat Shanghai. An der Harvard University studierte Wallner Geschichte und Ostasienwissenschaften. Seit 2020 ist er Landessprecher von NEOS X.

An seiner aktuellen Heimat USA schätzt der Unternehmer die saubere föderale Struktur, die transparente Verwaltung und die vielzähligen demokratischen Mitmachmöglichkeiten. „Meine Steuern zahle ich getrennt an die Stadt, den Bundesstaat und die Bundesregierung. Ich habe das Gefühl, dass ich nachschauen kann, was mit den Steuern passiert bzw. wie Policy entsteht und beeinflusst wird,“ sagt Wallner. Positiv erwähnt er auch die mehrmals pro Jahr stattfindenden Wahlen mit Referenden auf lokaler bzw. Bundesstaaten-Ebene, bei denen man von Gemeinderat und Bürgermeister über Gouverneur:innen und Abgeordnete bis hin zur Präsident:in alle direkt wählen könne, ohne auf Parteien angewiesen zu sein. Österreich könne von den USA lernen, „dass die Welt dynamisch ist, sich weiterentwickelt und man daher nicht alles regeln kann und muss.“

Einzig die Qualität der Infrastruktur seiner alten Heimat hebt Wallner positiv hervor: „Die ist besser als sonst wo. Das liegt wahrscheinlich an einer strengen Bauordnung und guten Handwerkern.“ Und: „Das Essen ist in Österreich besser!“